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gedankenexperimente:hoehlengleichnis

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gedankenexperimente:hoehlengleichnis [2018/12/25 11:45]
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gedankenexperimente:hoehlengleichnis [2018/12/25 12:21] (aktuell)
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-Quelle: Platon, Politeia, 7. Buch, 106a-d. Hier wiedergegeben nach der (gemeinfreien) Übersetzung von Friedrich Schleiermacher.+Quelle: Platon, Politeia, 7. Buch, 106a-d. Hier wiedergegeben nach der (gemeinfreien) Übersetzung von Friedrich Schleiermacher. ​[[http://​www.zeno.org/​nid/​20009262628]]
  
 »Nächstdem,​ sprach ich, vergleiche dir unsere Natur in bezug auf Bildung und Unbildung folgendem Zustande. Sieh nämlich Menschen wie in einer unterirdischen,​ höhlenartigen Wohnung, die einen gegen das Licht geöffneten Zugang längs der ganzen Höhle hat. In dieser seien sie von Kindheit an gefesselt an Hals und Schenkeln, so daß sie auf demselben Fleck bleiben und auch nur nach vorne hin sehen, den Kopf aber herumzudrehen der Fessel wegen nicht vermögend sind. Licht aber haben sie von einem Feuer, welches von oben und von ferne her hinter ihnen brennt. Zwischen dem Feuer und den Gefangenen geht obenher ein Weg, längs diesem sieh eine Mauer aufgeführt wie die Schranken, welche die Gaukler vor den Zuschauern sich erbauen, über welche herüber sie ihre Kunststücke zeigen. – Ich sehe, sagte er. – Sieh nun längs dieser Mauer Menschen allerlei Geräte tragen, die über die Mauer herüberragen,​ und Bildsäulen und andere steinerne und hölzerne Bilder und von allerlei Arbeit; einige, wie natürlich, reden dabei, andere schweigen. – Ein gar wunderliches Bild, sprach er, stellst du dar und wunderliche Gefangene. – Uns ganz ähnliche, entgegnete ich. Denn zuerst, meinst du wohl, daß dergleichen Menschen von sich selbst und voneinander je etwas anderes gesehen haben als die Schatten, welche das Feuer auf die ihnen gegenüberstehende Wand der Höhle wirft? – Wie sollten sie, sprach er, wenn sie gezwungen sind, zeitlebens den Kopf unbeweglich zu halten! – Und von dem Vorübergetragenen nicht eben dieses? – Was sonst? – Wenn sie nun miteinander reden könnten, glaubst du nicht, daß sie auch pflegen würden, dieses Vorhandene zu benennen, was sie sähen? – Notwendig. – Und wie, wenn ihr Kerker auch einen Widerhall hätte von drüben her, meinst du, wenn einer von den Vorübergehenden spräche, sie würden denken, etwas anderes rede als der eben vorübergehende Schatten? – Nein, beim Zeus, sagte er. – Auf keine Weise also können diese irgend etwas anderes für das Wahre halten als die Schatten jener Kunstwerke? – Ganz unmöglich. – »Nächstdem,​ sprach ich, vergleiche dir unsere Natur in bezug auf Bildung und Unbildung folgendem Zustande. Sieh nämlich Menschen wie in einer unterirdischen,​ höhlenartigen Wohnung, die einen gegen das Licht geöffneten Zugang längs der ganzen Höhle hat. In dieser seien sie von Kindheit an gefesselt an Hals und Schenkeln, so daß sie auf demselben Fleck bleiben und auch nur nach vorne hin sehen, den Kopf aber herumzudrehen der Fessel wegen nicht vermögend sind. Licht aber haben sie von einem Feuer, welches von oben und von ferne her hinter ihnen brennt. Zwischen dem Feuer und den Gefangenen geht obenher ein Weg, längs diesem sieh eine Mauer aufgeführt wie die Schranken, welche die Gaukler vor den Zuschauern sich erbauen, über welche herüber sie ihre Kunststücke zeigen. – Ich sehe, sagte er. – Sieh nun längs dieser Mauer Menschen allerlei Geräte tragen, die über die Mauer herüberragen,​ und Bildsäulen und andere steinerne und hölzerne Bilder und von allerlei Arbeit; einige, wie natürlich, reden dabei, andere schweigen. – Ein gar wunderliches Bild, sprach er, stellst du dar und wunderliche Gefangene. – Uns ganz ähnliche, entgegnete ich. Denn zuerst, meinst du wohl, daß dergleichen Menschen von sich selbst und voneinander je etwas anderes gesehen haben als die Schatten, welche das Feuer auf die ihnen gegenüberstehende Wand der Höhle wirft? – Wie sollten sie, sprach er, wenn sie gezwungen sind, zeitlebens den Kopf unbeweglich zu halten! – Und von dem Vorübergetragenen nicht eben dieses? – Was sonst? – Wenn sie nun miteinander reden könnten, glaubst du nicht, daß sie auch pflegen würden, dieses Vorhandene zu benennen, was sie sähen? – Notwendig. – Und wie, wenn ihr Kerker auch einen Widerhall hätte von drüben her, meinst du, wenn einer von den Vorübergehenden spräche, sie würden denken, etwas anderes rede als der eben vorübergehende Schatten? – Nein, beim Zeus, sagte er. – Auf keine Weise also können diese irgend etwas anderes für das Wahre halten als die Schatten jener Kunstwerke? – Ganz unmöglich. –
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 ===== 3. Argumentative Funktion ===== ===== 3. Argumentative Funktion =====
  
-Das Höhlengleichnis ist ein Gleichnis, d.h. Platon benennt am Ende die Entsprechungen:​ die Gefangenen sind die Menschen: »wunderliche Gefangene ... uns gar ähnlich«, der Aufstieg zur Sonne entspricht »dem Aufschwung der Seele in die Region der Erkenntnis«. Der Dialogpartner Glaukon bestätigt dem Sprecher die innere Folgerichtigkeit,​ mit der das Beschriebene abläuft. ​Die interne Folgerichtigkeit ist jedoch kein Beleg dafür, dass das Gleichnis angemessen ist und tatsächlich die menschliche Situation in Bezug auf die Erkenntnis der Welt erläutert. +Das Höhlengleichnis ist ein Gleichnis, d.h. Platon benennt am Ende die Entsprechungen:​ die Gefangenen sind die Menschen: »wunderliche Gefangene ... uns gar ähnlich«, der Aufstieg zur Sonne entspricht »dem Aufschwung der Seele in die Region der Erkenntnis«. Der Dialogpartner Glaukon bestätigt dem Sprecher die innere Folgerichtigkeit,​ mit der das Beschriebene abläuft. ​
 ===== 4. Kommentar ===== ===== 4. Kommentar =====
  
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 ===== 5. Literatur ===== ===== 5. Literatur =====
  
 +Enthalten in:\\
 +Bertram 2012, 158-165; Levy 2017, Staschok 2007, 13-15; Cohen 2010, 52-55. Baggini 2017, 55-57.
gedankenexperimente/hoehlengleichnis.1545734743.txt.gz · Zuletzt geändert: 2018/12/25 11:45 von jge