Zebras und verkleidete Esel

1. Szenario

Sie nehmen Ihren Sohn mit zum Zoo, sehen sich die Zebras an, und als er Sie fragt, sagen Sie ihm, es seien Zebras. Aber wissen Sie, dass es Zebras sind? Dazu hätten Sie zwar gute Gründe, schließlich sind Sie im Zoo, und außerdem sagt das Schild am Gehege, es seien Zebras drin. Aber dass etwas ein Zebra ist, impliziert, dass es nicht zum Beispiel ein Esel ist, und schon gar nicht ein von der Zooleitung kleverals Zebra verkleideter Esel. Wissen Sie, dass es sich hier nicht um solche klever verkleidete Esel handelt?

2. Quelle

Fred Dretske: Epistemic operators. In: The Journal of philosophy 67 (1970), H. 24, 1007-1023, hier 1015-1016.

3. Anmerkungen

Mit diesem Gedankenexperiment verabschiedet Dretske sich von der These, man müsse, wenn man eine Proposition wisse, auch die daraus möglichen Schlussfolgerungen 'wissen'. Wenn man weiß, dass etwas Zebras sind, dann folgt daraus, dass man weiß, dass sie nicht etwas anderes sind, zum Beispiel eben klever verkleidete Esel. Dretske meint, dies sei allerdings keine "relevante Alternative", beschränkt also das 'Closure principle', d.h.die möglichen Schlussfolgerungen, die man auch 'wisse', auf 'Relevantes'.

Dretske, Fred (1932- )
Erkenntnistheorie
Zeitgenössisches Gedankenexperiment

Geändert am:
8. Februar 2009

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