Voraussage-Paradox

1. Szenario

Stellen wir uns einen Menschen vor, der sechs rote und eine schwarze Spielkarte in der Hand hat (so dass er selbst die Karten sehen kann). Er kündigt seinem Gegenüber an, sie nacheinander mit der Bildseite nach oben auf den Tisch zu legen. Das Gegenüber behauptet, er kann voraussagen, welche Farbe die Karte haben wird, die der Kartenhalter als erstes auf den Tisch legen wird. Der Mensch fragt: "Nun, welche denn?" Und wenn das Gegenüber sagt "schwarz", legt er eine rote; wenn das Gegenüber sagt "rot", legt er eine schwarze.

Beweist das, dass wir einen freien Willen haben?

2. Quelle

Ardon Lyon: The prediction paradox. In: Mind Nr. 272, 68 (1959) 510-517.

3. Anmerkung

Lyon scheint der Meinung, dass dem so ist. Ein Vertreter des Determinismus würde allerdings einwenden, dass die Voraussage, indem sie geäußert wird, die Situation ändert. Das Szenario lässt sich leicht dahin ändern, dass das Gegenüber zwei Voraussagen macht: eine öffentlich und eine geheim. Vorstellbar ist, dass die Geheime das Verhalten des Kartengebers korrekt voraussagt, auch wenn die öffentliche das nicht tut.


Lyon, Ardon
Willensfreiheit und Determinismus
Zeitgenössisches Gedankenexperiment

Geändert am:
25. Januar 2008

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