Käfer in der Schachtel

1. Szenario

"Angenommen, es hätte Jeder eine Schachtel, darin wäre etwas, was wir "Käfer" nennen. Niemand kann je in die Schachtel des Andern schauen; und Jeder sagt, er wisse nur vom Anblick seines Käfers, was ein Käfer ist. Da könnte es ja sein, dass Jeder ein anderes Ding in seiner Schachtel hätte. Ja man könnte sich vorstellen, dass sich ein solches Ding fortwährend veränderte. Aber wenn nun das Wort "Käfer" dieser Leute doch einen Gebrauch hätte? So wäre er nicht der der Bezeichnung des Dings."

2. Quelle

Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. (1953) § 293.

3. Anmerkung

W. bringt dieses Gedankenexperiment im Kontext seiner Überlegungen zum Schmerz und wie man sich sprachlich darauf bezieht. Jeder hat nur seine 'eigenen' Schmerzen, der Zugang der anderen zu dem Schmerz einer Person ist indirekt. Sind Schmerzen wie die Käfer in der Box? Jeder könnte andere Schmerzen haben, sie könnten sich fortwährend ändern?

Wittgenstein, Ludwig (1889-1951)
Sprachphilosophie
Zeitgenössisches Gedankenexperiment

Geändert am:
14. Juli 2007

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